POLIZEILICHE VORLADUNG

Polizeiliche Vorladung im Sexualstrafrecht erhalten? Was ist zu tun?Pölizeiliche Vorladung

In den meisten Fällen erhalten Sie im Sexualstrafrecht vom Tatvorwurf durch eine schriftliche polizeiliche Vorladung Kenntnis. Im Falle der Kinderpornografie oder bei schweren Sexualstraftaten, wie der Vergewaltigung oder dem sexuellen Kindesmissbrauch, kann die erste behördliche Handlung auch eine Hausdurchsuchung oder die Vollstreckung eines Haftbefehls sein. In allen Fällen gilt es, einen möglichst einen kühlen Kopf zu bewahren und gerade bei dem Vorwurf einer Sexualstraftat wie der Vergewaltigung oder dem sexuellen Missbrauch keine voreiligen Äußerungen zu tätigen.

MACHEN SIE VON IHREM SCHWEIGERECHT GEBRAUCH

Das Wichtigste im gesamten Strafverfahren ist, dass Sie von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Äußern Sie sich daher nicht gegenüber der Polizei  und folgen Sie auch keiner polizeilichen Vorladung.

Wir verstehen, dass man sich als Beschuldigter gegen die Vorwürfe mit seiner eigenen Darstellung verteidigen möchte. Häufig meint man sogar, dass man dieses „Missverständnis“ schnell aus der Welt schaffen kann. Die polizeiliche Vernehmung ohne vorherige Akteneinsicht ist dafür jedoch der falsche Weg.

Bei der polizeilichen Vernehmung sitzen Ihnen erfahrene Polizeibeamte gegenüber. Diese haben nicht nur langjährige Erfahrung mit Vernehmungen im Sexualstrafrecht, sondern sind in der Regel auch speziell in Frage- und Vernehmungstechniken geschult. Sie müssen sich auch immer bewusst machen, dass Sie mit der Absicht angehört werden, dass man Sie überführen möchte. Denn würde die Polizei nicht von Ihrer Schuld ausgehen, wären Sie nicht als Beschuldigter geladen worden.

Hinzu kommt, dass die Vernehmungspersonen häufig nur das hören, was sie auch tatsächlich hören wollen. Dieser sogenannte Inertia-Effekt ist psychologisch nachgewiesen und macht auch vor Polizisten nicht Halt. Insbesondere wenn diese zuvor die – oft tränenreiche – Anzeige des angeblichen Opfers gehört haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Ihre Aussage grundsätzlich nicht im Wortlaut protokolliert wird. Die Polizeibeamten fertigen häufig nur eine Zusammenfassung von dem, was sie meinen gehört zu haben, an. Hier kommt es häufig zu Missverständnissen oder negativen Auslegungen des tatsächlich Gesagten.

Die polizeiliche Vorladung ist natürlich nicht die einzige Chance, sich zum Vorwurf zu äußern. Nachdem ich für meine Mandanten Akteneinsicht genommen habe, besprechen wir nicht nur den konkreten Tatvorwurf, sondern beratschlagen auch das weitere Vorgehen.


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